Das Kanzler-Duell ersetzt heute Deutschlands Liebling "Tatort". Millionen Bundesbürger werden vor dem Fernseher in HD erwartet. Zwei Kandidaten, vier Moderatoren, ausgestrahlt auf vier Sendern - public viewing und second screen bei Twitter generieren Bürgernähe. Bevor die Kandidaten ins Duell einsteigen, steht der Bürger schon im öffentlichen Dialog mit den Kandidaten und ihren Kernaussagen.
In erster Linie sind es die Menschen, die Politik transportieren. Erst an zweiter Stelle folgen Inhalte und Themen. Und die wenigsten von uns kennen das Wahlprogramm so klar wie die Gesichter der Kanidadaten.
Ein Grund mehr offensichtlich immer noch für die werbenden Parteien, Gesicht zu zeigen. In Gütersloh kandidieren acht Politiker für den Einzug in den Deutschen Bundestag. Die Anzahl und Präsenz der Plakatierten ist deutlich unterschiedlich, einige kommen auf 100, die anderen auf weniger - Parteienproporz scheint dabei unerheblich.
Man beachte das Corporate Design der politischen Farbenlehre, welches alle Parteien streng einhalten: Organge für die CDU, rot light für die SPD, blau-gelb für die FDP, grün für Grün, rot für die Linke, neu ist blau-rot-weiß für die AfD, nochmal orange für die Piraten. Beim schnellen Vorbeifahren im öffentlichen Raum also erste Orientierungshilfe, mit wem man es zu tun hat. Der Wiedererkennungseffekt von Farben ist größer als der von Gesichtern. Bemerkenswert: Fast alle Parteien verweisen auf den Plakaten auf ihre politische Internetadresse, das war vor vier Jahren noch deutlich anders. Mit der Ausnahme der CDU und der Piraten - beide vermerken statt dessen den Hinweis V.i.S.d.P. (Verantwortlich im Sinne des Presserechtes). Im Format sind sich fast alle treu geblieben, nur die CDU hängt diesmal quer statt hochkant.
Und lächeln - das tun sie alle. Und sie schauen mich und dich an - nein doch nicht ganz, Herr Brinkhaus schaut in die Runde. Ziel erreicht durch Auffallen? Wir sind schließlich die potentiellen Durchschnitts-Wähler und nehmen nicht nur Inhalte wahr, was bleibt ist das, was hängenbleibt.
Hier also die aufgeklebte Mimik des Bundestagswahlkampfes 2013 für den Wahlkampf in Gütersloh:
Nur von den Piraten war kein Plakat mit dem Gesicht von Kandidat Jonas Aust zu finden. Dafür zahlreich Plakate wie diese und ähnliche (wovon die anderen Parteien auch reichlich haben):
Vom Kandidaten des Bündnis 21 - RRP war leider nichts zu finden.
Heute schaue ich mal, ob und wie aktiv die Gütersloher Bundestagskandidaten auf Facebook sind.
Ralph Brinkhaus, CDU Thorsten Klute, SPD Marco Mantovanelli, Grüne Evelyn Dahlke, FDP Ludger Klein-Ridder, Linke Jonas Aust, Piraten Rolf Wittkamp, Bündnis 21 - RRP Georg Rust, AfD
Der Bundestagswahlkampf 2013 nimmt Fahrt auf. Einer Studie der BITKOM zufolge, wird das Internet als Informationsquelle dabei immer wichtiger. Wie aktiv sind die Politiker in den Sozialen Medien unterwegs? Hier ein besonderen Blick auf "unsere" Kandidaten für den Wahlkreis Gütersloh: Wer ist wo und wie online aktiv? Heute: Twitter.
Mittlerweile stehen acht Kandidaten zur Wahl - ein Kandidat der AfD kam aufgrund der eingereichten Unterschriftenliste noch hinzu:
Ralph Brinkhaus, CDU Thorsten Klute, SPD Marco Mantovanelli, Grüne Evelyn Dahlke, FDP Ludger Klein-Ridder; Linke Jonas Aust, Piraten Rolf Wittkamp; RRP Georg Rust, AfD
Bürgerbeteiligung
wollen immer alle. Nur: machen, das will keiner. Im Falle der
Weberei wäre das angebracht gewesen. Zumindest war Bürgerbeteiligung
angekündigt, politisch und verwaltungsgetragen.
Nun gibt es
zahlreiche Beispiele, wie das sehr gut gelingen könnte.
Je früher die Bürger eingebunden werden, desto mehr fühlen sich die
Bürger mitgenommen - am Ende wird eine Entscheidung von vielen deutlich getragen.
Der aktuelle Entscheidungs-Prozess der Weberei ist nun jedoch ziemlich verfahren: drei Bewerber sind noch im Rennen. Jede Gruppe hat anders gehandelt, die einen haben komplette Öffentlichkeit hergestellt, die anderen nur eine Teilöffentlichkeit. Nun beschweren sich die einen über die anderen. Die Teilöffentlichen wollen jetzt nachlegen und ihre Konzept doch noch publik machen. Die anderen pochen darauf, sie hätten doch aber auch... Die Variationen des Zanks sind zahlreich.
Wahlen. Seltsam anachronistisch muten mittlerweile die vielen bunten und inhaltsleeren Politik-Plakate an, die vor der Bundestagswahl plötzlich wieder an Bäumen und Laternenmasten wachsen. Ein Wahlkampf heute müsste eigentlich moderner geführt werden - und angesichts der großen Herausforderungen deutlich inhaltlicher. Muss das eigentlich noch sein, das Plakatieren? Ist das überhaupt noch zeitgemäß? Normale Plakatwerbung gibt es eigentlich kaum noch. Wer heute auf sich hält, bemüht die neuen mobilen Werberollen oder auch beleuchtete hochmoderne Glaskastenwerbung. Das Plakatieren auf Pappe oder Plastik, befestitigt an einem schnöden Lampenpfahl, findet eigentlich nur noch statt, wenn eine zweitklassige Erotikmesse oder ein Zahnärztekongress angekündigt werden - oder auch mal die Dorf-Kirmes im Herbst oder zu Pfingsten. Die gemeinen politischen Wahlplakate rutschen damit im Prinzip in der Wahrnehmung der werbungsverwöhnten Mitbürger in die unterste Klasse. Eigentlich ärgern sie nur noch, da sie die Sicht im Straßenverkehr behindern, die Radwege verengen und zu bösen Fallen werden, weil die Plakate durch Wind und Regen von den Masten nach unten rutschen.... Sinnvoll erscheinen sie auf den zweiten Blick nur noch, um die Parteimitglieder sinnvoll zu beschäftigen, die diese Dinger bekleben und aufhängen müssen. Aber auch hier hört man allenthalben, dass diese Aufgabe längst an Billiglohnunternehmen outgesourcet wurden. Der Bundeswahlleiter gibt übrigens zu jeder Wahl den Startschuss für die Plakatierung. Dieser Schuss fällt in der Regel sechs Wochen vor der Wahl. Es gibt aber auch Parteien, die meinen, den Schuss bereits vernommen zu haben, weit bevor er gefallen ist. So die FDP in Gütersloh, die bereits acht Wochen vor der Wahl plakatierte. Der örtliche vierspurige "Ring" schien den Liberalen als das passenste Terrain für den bedeutungsvollen Koalitionspartner - weil am meisten befahren. So kann man zur Zeit ob der unerlaubten Aufhäng-Schnelligkeit nicht am blau-gelb der Partei vorbeikommen: