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Freitag, 12. Dezember 2014

Kostenlos und frei: WLAN für öffentl. Gebäude

Wie wäre es mit freiem WLAN in allen öffentlichen Gebäuden? Auch in Gütersloh? Die Freunde und Eingeloggten von Freifunk Gütersloh sind da ja schon deutlich unterwegs. Gut so. Leider sind sie bisher etwa am Rathaus gescheitert. Da gibt es das nicht. Darf man nicht, heißt es.

Jetzt bekommen die Freifunker und Internetnutzer Verstärkung von besonderer Seite - von der Bundeskanzlerin und der CDU: 

Der HabbelBlog hat es bereits gemeldet: Auf dem gerade vergangenen Parteitag in Köln "hat die CDU durch einen Beschluss die notwendige Rechtsänderung im Telemediengesetz zur Störerhaftung noch einmal bekräftigt, um so kostenloses WLAN in allen öffentlichen Gebäuden, in der Bahn und auf Flughäfen zu ermöglichen. Ebenso sollen zum Beispiel Restaurants, Cafés, Hotels und andere Einrichtungen öffentlich zugängliches WLAN anbieten können, ohne für eventuellen Missbrauch durch die Nutzer haften zu müssen.
Bereits im Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und SPD sind diese Forderungen schon enthalten. Es bleibt zu hoffen, dass durch diese Bekräftigung auf dem Bundesparteitag der CDU der Gesetzgeber jetzt auch schnell handelt."


Interessant ist, dass sich auf Twitter genau der Bürgermeister gemeldet hat, der seine eigene Stadt Arnsberg schon sehr vorbildlich fast flächendeckend mit Freifunk ausgerüstet hat: 
Ich habe ihm geantwortet, er solle doch gerne mal sein Rezept für den Erfolg verraten. Vielleicht fragen jetzt auch noch mehr bei ihm nach.

Zudem habe ich bei Detlev Buschkamp von Freifunk Gütersloh, warum WLAN so essentiell ist - hier seine Antwort: 




Sonntag, 4. Mai 2014

GT noch zu wenig digital - Wahlkampf

Wie digital sind die Kandidaten für den Rat 2014 bis 2020 in der Stadt Gütersloh? Die Frage ist spannend vor dem Hintergrund der fortschreitenden Digitalisierung unserer Gesellschaft - aber auch mit Blick auf die Dialogfähigkeit der Bewerber und den Informationswunsch der Wähler. Nutzen die Kandidaten also die neuen sozialen Kanäle für ihre politische Arbeit und Inhalte zum Dialog mit den Wählern?

Heute habe ich mal einen Blick auf Twitter geworfen.  

Fazit vorweg: Twitter ist Kommunikationsmittel eher für die "mittelalten" Politiker im Alter von 30 - 35 Jahren, es gibt wenig Aktive, viele Twitteraccount-Leichen, kaum politische Botschaften, so gut wie keine Posts zur Gütersloher Politik. Da ginge also noch mehr.

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Grafik google Bild

Hier einige Details:

Von den 155 Kandidaten in 22 Wahlkreisen sind insgesamt 16 Kandidaten auf Twitter aktiv. Das sind gerade mal rund 10 Prozent. Bei weiteren 15 Kandidaten ist unklar, ob es sich um Gütersloher Kandidaten handelt, hier findet sich kein Hinweis, ob es sich nicht einfach nur um Namensgleichheit handelt oder um Anmeldungen ohne Aktivität, die lediglich einen digitalen Fußabdruck hinterlassen haben. Es gibt weder ein Foto, keine oder kaum Follower, die auf einen Güterslohbezug hinweisen.

Bei den 16 Aktiven ergibt sich folgende Hitliste der Parteien: vier Twitterati bei den Linken, drei bei der SPD, drei bei der BfGT, zwei Grüne, zwei FDP und ein CDU-Kandidat. Das Alter der häufigsten Nutzer liegt zwischen 30 bis 35 Jahren, gefolgt von den 40 bis 45 Jährigen. Die dritthäufigste Kaste der Nutzer ist zwischen 60 und 65 Jahren alt. Damit ist Twitter eher ein Medium für die "Mittelalten". 

Die Aktivität der Einzelnen ist sehr unterschiedlich. Zählt man die meisten Follower, führt Wibke Brems (Grüne und MdL NRW) mit 1.037 Followern. (Der Stand kann sich minütlich ändern, sowohl nach unten als auch nach oben.) Es folgt Hannu Peters BfGT (208 Follower), Ludger Klein-Ridder, Linke (153), Paul Neß, FDP (111), Denis Selent, SPD (65), Rudolf Schiedel , Linke (63), Peter Bunnemann, Unabhängig (44), Martin Goecke, SPD (42), Jael Rachel Räcker, SPD (13), Herbert Wessel, Linke (13), Tobias Bonnekoh, BfGT (8), Daniel Heihoff, BfGT (4), Claudius Weisensee, FDP (2), Raphael Tigges, CDU (4), Tillmann Kunze, Linke (0) und Hans-Peter Rosenthal, Grüne ebenfalls mit (0).

                                         Brems auf Twitter                           Fotos ak 2014
Die Anzahl der Follower sagt nicht unbedingt etwas über die Qualität der Posts aus, wohl aber über die Vernetzung und Kommunikationsfähigkeit. Die Posts sind allerdings alles andere als zahlreich. Die Liste reicht von 5.228 Kurzmitteilungen (also Tweets) bis hin zu 0 Tweets. Der größte Teil der Tweets ist nicht politisch

Tigges auf Twitter  
 Und die politischen Tweets berühren in der Regel nur ganz selten Gütersloher Politik, sondern eher Landes- und Bundespolitik. Hier stechen Brems und Klein-Ridder deutlich politische heraus, sie sind durchweg politisch unterwegs, auch mit Güterslohbezug.

Nun muss man Twitter nicht zwangsläufig als Medium für politische Arbeit nutzen. Twitter aber ist mittlerweile ein fester Bestandteil der politischen Kommunikation. Die Chance auf die von Massenmedien und Lokalzeitungen unabhängige Berichterstattung über die eigene politische Arbeit in der Kommune ist für politisch Aktive sehr groß - und wird in GT kaum genutzt. Dabei hätten gerade Kommunalpolitiker eine Menge zu sagen, sie könnten sich hier positionieren mit ihren Wahlaussagen, die auf kommunaler Ebene sehr konkret ausfallen können. Die Kandidaten hätten hier auch die Chance, ihre Schwerpunkte zu beschreiben und ihre Ziele zu formulieren, eigene Inhalte deutlich zu machen. In Gütersloh stehen immerhin rund 77.000 Wahlberechtigte auf dem Zettel, die am 25. Mai ihre EINE-Stimme bei der Kommunalwahl abgeben können, zumindest, was die Wahl des Rates angeht. Dabei gehört moderne Online-Kommunikation zumindest in Zeiten des Wahlkampfes heute zu den Standardkanälen: es bedarf wenig Aufwandes, geringer Kosten. 

Das Internet gehört heute zudem zu den Hauptinformationsquellen der Bürger - und der Wähler - dies auch gerade lokal. Viele informierte Bürger erwarten deutlich mehr Information und auch direkte Quellen als nur die Berichterstattung durch die lokalen Medien oder Stadtblätter. Sie erwarten direkte Ansprache und Dialog. Kommen die potenziellen Stadträte diesem Informationswunsch nicht nachhaltig nach, entsteht nicht selten Unmut - und das Gefühl der Politikerverdrossenheit steigt weiter. 

Es wäre also wünschenswert, wenn sich die Kandidaten beherzter in die neuen Kommunikationswelten wagen würden. Dorthin, wo sich viele Wähler schon größtenteils bewegen. Das Plakatieren mit unsinnigen Halbsätzen wird immer weniger gewollt ebenso wie das Überreichen von gedruckten Flyern in der Innenstadt beim Einkauf am Samstag. Gewünscht ist: virtueller Austausch.


















Montag, 28. April 2014

PDF versus Vimeo und Onlineplattform

Wie digital ist eigentlich der Kommunalwahlkampf? läuft gerade als Frage über meine Timeline auf Twitter, siehe @wahl_beobachter. Das ist auch meine Frage. 




#Digital oder nicht-digital

Zur Zeit rastere ich danach, wer etwa von den 155 Gütersloher Kandidaten wo in den Socialen Media unterwegs ist: Twitter, Facebook, Google+ etc. Das Suchen gestaltet sich als nicht ganz einfach, das Finden ist bisher eher rar. Der digitale Austausch wird offensichtlich in unserem Städtchen (noch) nicht gesucht.

Dabei ist es symptomatisch, dass etwa die Kandidatenliste für die Wahlkreise sowie die Reserveliste in Gütersloh Stadt als pdf-Drucke in den Protokollen der Stadtverwaltung auftauchen - und als pdf so gut wie nicht zur digitalen Weiterverarbeitung taugen. 

                               nur ein frommer Wunsch?!                   Foto ak 2014

Irritierend ist auch, dass in den Namenslisten der Kandidaten zwar das Geburtsdatum und die Anschriften öffentlich auftauchen - eine E-Mailanschrift der Kandidaten aber nicht mitgeliefert wird. Dieser Umstand erstaunt, denn die meisten Kandidaten führen genau den Datenschutz als Grund an, wenn sie ihre E-Mail-Anschriften nicht bekannt geben wollen. Dass aber aus Gründen der Transparenz sogar ihr Geburtsdatum veröffentlicht werden muss, ist ihnen offensichtlich nicht klar. Die Frage der Wertigkeit steht im Raum: Ist das Geburtsdatum nicht eindeutig höherwertig in Sachen Datenschutz einzustufen als eine E-Mail-Anschrift für eine öffentliche Person - und das sind nun mal Kandidaten für den Augenblick der Wahl. Das Bereitstellen einer digitalen Kontaktanschrift gehört heute zum politischen Standard sollte man meinen.

Auch auf den Homepages der Parteien ist in dem Großteil der Fälle nur eine Standard-E-Mail über die jeweiligen Geschäftsstellen hinterlegt, von der eine direkte Erreichbarkeit nicht unbedingt signalisiert wird. Von Digitalisierung der Kommunalpolitik oder des Wahlkampfes kann also nur am Rande die Rede sein.


#Gute Beispiele

Das ist in vielen Kommunen anders, hier machen sich die Kandidaten schon deutlicher auf den Weg. Allerdings, das muss man sagen: es sind hier häufiger die Kandidaten für die kommunalen Spitzenämter wie Bürgermeister oder Landrat, die sich auf den digitalen Weg machen.

Einige gute Beispiele für den Ansatz, zumindest mit dem Wahlvolk in den Dialog zu kommen, finden sich hier:

Dr. Florian Janik, erster Oberbürgermeister von Erlangen hat einen sehr moderenen Wahlkampf geführt, mit einer ausgezeichneten Website und vielen Bewegtbildern, in denen er den Dialog mit der Bürgerschaft in den Mittelpunkt stellt.



Arbeit from Dr. Florian Janik on Vimeo.


Auch die Website von Miriam Koch, Grünen Kandidatin für den Posten der Oberbürgermeisterin in Düsseldorf ist ein Ansatz. Sie fragt online nach Vorschlägen der Bürgerschaft für die Gestaltung ihrer ersten 100 Tage im Amt. Immerhin.




Grafik: Socialmedia-Fahne. Link zu Miriam Koch bei twitter.



#Landrats-Kandidaten im Kreis Gütersloh

Im Kreis Gütersloh findet man den Internet-Auftritt von Landrat Sven-Georg Adenauer, der wiederholt für die CDU im Kreis antritt. Er wirbt hier auf seiner  privaten Kandidaten-Seite mit einem kleinen Film, der den Kreis Gütersloh als Wirtschafts- und Lebensraum darstellt - der aber von proWirtschaft Gütersloh GmbH gemacht ist - und nicht vom Landrat selbst. Von Dialog oder Angeboten zum digitalen Austausch findet sich leider nichts, auch eine Vernetzung in den Social Media ist nicht möglich. Nur den Film kann man Social Media verteilen, der aber ist ja nicht von ihm.
 
Die einzige Gegenkandidatin für den Posten als Landrätin Elvan Korkmaz (SPD) hat ebenfalls eine eigene Homepage aufgesetzt. Sie bietet jedoch den Austausch mit den WählerInnen an, zwar mit einer E-Mail, aber immerhin der Möglichkeit der Kontaktaufnahme. Sie verweist auch deutlich auf die Social Media, nämlich ihren Facebook-Auftritt.


Natürlich ist auch in diesen Fällen zu fragen, wie lange das digitale Engagement bei diesen Kandidaten bestehen bleibt - wenn die Kandidaten erstmal im Amt sind und die Wahl gelaufen ist. Bleibt dann noch etwas übrig, von Dialog und Transparenz und Responsivität? Das sehen wir dann nach dem 25. Mai 2014. Das ist der Vorteil von digital - da kann jeder sofort sehen, wie vital etwas ist - oder eben nicht oder nicht mehr.