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Montag, 23. März 2015

Open Data, Feuerwehr und Apps

Der erste Hackday in Moers war was zum Warmlaufen - es zeigt, dass Open Data ein Thema ist, das eigentlich alle könnten. Nicht nur die Hauptstadt und die digitalen Vorreiter können ihre Aktenschränke öffnen. Grundsätzlich kann das jede Kommune. Wichtig: es braucht Treiber und lokal vernetzte Akteure, die sich für das Thema interessieren und die Dimension von offenen Daten erahnen können.

Am letzten Wochenende ist das in Moers hervorragend gelungen. Rund 60 Teilnehmer waren vor Ort, sehr viele auch aus ganz Deutschland. Ziel: Offene Daten nutzen um damit etwas Neues zu basteln.


Ich habe dazu schon vertieft auf "Wegweiser Kommune" gebloggt. Die Bertelsmann Stiftung und das Team Wegweiser Kommune waren Ausrichter gemeinsam mit der Stadt Moers.

Wer dazu inhaltlich mehr erfahren möchte, schaue in die Blogposts hier: Tag 1 und Tag 2 mit Ergebnissen. 

Apps und Leben

Eine kleine Anekdote aber möchte ich hier beschreiben, die die Tragweite von offen Daten und von Digitalisierung im normalen Lebensalltag der Menschen so krass und auch anrührend beschreibt:

Wir hatten einen Caterer engagiert. Am Sonntag rollte er mit seinem gefüllten Buffetwagen an. Stieg mit seinem Kollegen in den Aufzug im Rathaus Moers. Und: blieb im geschlossenen Aufzug stecken. Die Fahrgastkabine war zugegangen, ein paar Zentimeter nach unten geruckelt und dann rührte sich nichts mehr. Auch die Kabinentür ging nicht mehr auf.

Was machten die beiden gefangenen Insassen? Sie betätigten den Notrufknopf. Ein Klingelsignal ging in der Hausmeisterloge im Rathaus ein. Daraufhin wussten wir: da ist was passiert. Die Kommunikation aber lieft nur über Klopfzeichen und lautes Rufen. "Ist alles ok da drin?" fragten wir. "Ja, uns geht es gut." "Wir holen Hilfe", riefen wir draußen. "Ja", kam die Antwort von innen. "Wir haben von hier drinnen schon den Monteur verständigt, das dauert aber", riefen die beiden Köche.

Wir aber hatten 112 angerufen: Dann rückte die Feuerwehr Moers an. Mit dem großen Mannschaftswagen:

Völlig routiniert sondierten sie die Lage.


Dann kam ein Dreikantschlüssel zum Einsatz und die Kabinentür ging auf. Es roch sehr lecker nach Essen. Aber viel wichtiger: die beiden Insassen kletterten mit einem breiten Grinsen aus der Fahrgastkabine. 

Sie lachten sich schlapp, ebenso wie die Feuerwehrtruppe. Grund: der Koch war auch Mitglied in der Freiwilligen Feuerwehr. Er wusste schon, dass und wer da draußen auf ihn warten würde, denn er hatte von dem Einsatz längst erfahren: Der war ihm auf seiner App auf sein Smartphone mitgeteilt worden.

Jungs, danke! Beide Pechvögel winkten ab, als ich sehr besorgt nach ihrem Befinden fragte: "Kein Ding, das schockt uns nicht, wir waren lange Bergleute. Da haben wir ganz andere Dinge unter Tage erlebt."

Gutes Ende. Gute App. So können Daten und die Nutzung von Apps lebensrettend zum Einsatz kommen.











Donnerstag, 13. März 2014

Die Zukunft ist digital

Die CeBit2014 hielt einiges bereit, was die digitale Entwicklung in den Kommunen angeht. Halle 7 bündelte innovative Impulse auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene. 





Die Internetpolitik scheint erwachsen geworden zu sein und aus der Nische der Nerds entwachsen. Immer mehr Kommunen gehen den digitalen Weg. E-Government ist keine Spielwiese mehr nur für Berlin, sondern erobert die Kommunen. Mittlerweile ist vor Ort auch eHealth und auch eEducation hinzugekommen.
 

Immer mehr Kommunen entwickeln etwa als ersten Einstieg eigene Apps, viele mit dem Schwerpunkt "Bürgerservice". Ziel ist hier sowohl die Informationsvermittlung als auch die Vermittlung der konkreten Verwaltungsdienstleistung auf mobile Endgeräte der Bürger zu ermöglichen. Die Stichworte wie VerwaltungsNummer 115, die Einrichtung von De-Mail-Konten der Bürger sind Themen. Auch wenn die Reaktion der Bürger noch deutlich verhalten ist, soll die De-Mail eine prominente Rolle im E-Government einnehmen. Eine auf der CeBIT ausgezeichnete App soll sie auf Mobilgeräte bringen. 

Der neue Personalausweis mit der eID wird zukünftig noch stärker im Zentrum stehen, weil bestimmte Verwaltungsprozesse nur noch darüber abzurufen sein werden. Ein weiteres Stichwort ist OpenData, es gibt bereits zahlreiche Kommunen, die beispielhaft zeigen, wie das geht - immer wieder positiv zitiert werden Moers, Bonn und Köln. OpenData wird dabei verwendet, ohne dabei nur dem Stichwort „Transparenz“ zu huldigen, sondern es werden damit auch konkrete Produkte und Anwendungen generiert, die einen direkten Nutzen für alle Beteiligten im kommunalen Zusammenleben erzielen. (Später einige konkrete Beispiele dafür.) Ferner sind auch die Leitlinien für Open Government Data zu nennen, wie sie etwa in Bonn verabschiedet wurden. 
Zudem werden auch die Ratsinformationssysteme verbessert, indem immer mehr Dokumente hinterlegt werden können und die Nutzerfreundlichkeit steigt. Auch die kommunalen Rechenzentren rüsten auf, sie vernetzen sich zunehmend und bieten passgenaue Dienstleistungen für Kommunen an, die bis zu Masterplänen für Breitbandversorgungen reichen. Natürlich ist das ein lukratives Geschäftsfeld. 




Die Kommunen stehen in der Entwicklung manchmal an der Spitze,  manchmal aber auch nur am unteren Ende der Verwaltungshierarchie. Die deutlich weitreichenderen digitalen Impulse des Bundes und der Länder werden oftmals nach unten heruntergereicht. Die Messe vermittelte einen konkreten Eindruck dessen, was sich auf diesen übergeordneten Ebenen bereits digital abspielt, von der elektronischen Vergabe, über das Dokumentenmanagement bis hin zur Archivierung und zur vernetzen Vorgangsbearbeitung. Der moderne Staat überholt sich selbst, so scheint es auf den ersten Blick.


Dass Kommunen zukünftig eine Schlüsselrolle zukommen wird, lässt sich in den zahlreichen Impulsen zur Vernetzung zwischen Kommunen festmachen, die etwa durch die Rechenzentren plötzlich zusammenarbeiten. Verwaltungen scheinen da schon pragmatischer zu sein als es die örtliche Politik oftmals ist.


Neben der Effizienzfrage stellt sich künftig auch die Frage, wie Hierarchien in den alten Verwaltungen bröckeln werden, weil vernetztes Arbeiten eine andere Form der Organisation benötigt. Dies bekommt vor dem Hintergrund, dass die Herausforderungen der Zukunft vor Ort in den Kommunen zu lösen sind, einen besonderen Stellenwert. Auch in der Frage, wie künftig Personal angeworben wird  - und was etwa „Querschnittsaufgaben“ sind - ist im digitalen Kontext zu beantworten. 


Übrigens hat auch Microsoft eine Initiative „Vernetzte Stadt“ also „CityNext“ ins Leben gerufen, in der sich europäische Städte miteinander verbinden, dies unter dem Stichwort "urbane EGovernment-Lösungen". Zur Meisterung zentraler Probleme vor allem der Großstädte in Fragen der Mobilität, Umweltschutz und Energie, DemoWa und Bildung etc. wird eine hochleistungsfähige IT-Versorgung notwendig sein. Es lässt sich damit offensichtlich Geld verdienen.


Der Rohstoff vieler dieser neuen Bemühungen ist: Daten. 

                                                                Fotos ak 2014
So wundert es nicht, dass auch die staatlichen Datenanbieter anwesend waren. In Gesprächen mit kommunalen DigitalAnbietern wurde deutlich, dass Daten auch für sie eine zentrale Plattform für ihre Innovationen bilden. Viele innovative Unternehmen greifen die speziellen Daten (OpenData) der Kommunen ab und entwickeln hieraus passgenaue Anwendungen für die Kommunen. Datenvisualisierung ist dabei schon der kleinste gemeinsame Nenner und fast Standard.
 

Die Frage ist, ob sich die Möglichkeiten der E-Partizipation in gleichem Maße entwickeln wie sich die neuen Geschäftsfelder auftun. Theoretisch mitgedacht ist immer auch die partizipative "Mitnahme" der Bürger. Dass dies im Beteiligungsprozess oftmals nicht ganz so einfach ist, bleibt unerwähnt. Hier hängt der Wille und das Gelingen auch nicht von der neuen Technik ab. Allerdings ist das auch grundsätzlich deutlich zu beobachten: "Going digital" bedeutet nicht, nur über Technik zu reden. Zentral ist der Aspekt der Mündigkeit, der Vernetzung und der Änderung der "Haltung" hin zur Kolaboration.
 
Vernetzung bedeutet grundsätzlich eine andere Art der Zusammenarbeit. Da wartet dann wirklich noch eine Menge "Neuland" auf die Praktizierenden.
Allen Beteiligten scheint klar, dass die mobilen „Endkunden“ und deutlich verwöhnteren und auch kritischeren Bürger mehr an Modernität im Einbezug erwarten. Was das konkret in der Umsetzung bedeutet, wird sich zeigen. 

Es gilt jedenfalls die Chancen des regelrechten Kulturwandels zu nutzen. Auch und vor allem in der direkten Lebensumwelt der Menschen: vor Ort.


Sonntag, 2. Februar 2014

E-Government - Gütersloh macht sich auf den Weg

Das BMI (Bundesministerium des Innern) hat Gütersloh zur Modellkommune für E-Government gemacht. Nun macht sich Gütersloh konkret auf den Weg. Mich interessierte, wie die Stadt das meistern will. Projektleiter Dr. Markus Kremer (Leiter des Fachbereichs Personal und Organisation und des Büros des Rates und der Bürgermeisterin) hat mich zum Gespräch eingeladen an dem auch Jörg Möllenbrock teilnahm.