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Freitag, 11. Mai 2012

Das Kabinett des Grauens: die Umkleidekabine


Drei Kubikmeter Raum

Der Vorhang der Kabine ist einen Spalt breit offen geblieben. Deutlich kann ich einen Frauenkörper erkennen. Mal zeigt sich ein Arm, mal die Hälfte eines ziemlich prallen Hinterns in und um einen in bleu gehaltenen Slip. Die Dame beugt sich nach vorne, der Rest des Körpers verschwindet in einer Kippbewegung aus dem Sichtfeld. Was dem Betrachter bleibt, ist ein welker Vollmond in blau. Taktvoll schaue ich zur Seite, um direkt am breiten Grinsen einer anderen Wartenden hängen zu bleiben. Sie hatte dem Schauspiel vor uns auch zugeschaut, war aber nicht so rücksichtsvoll wie ich. Laut und provokant kommentiert sie das Gesehene, „die hätte sich lieber hinter einer Holztür verstecken sollen“. Die Lacher der übrigen meist mit Kleiderstapeln vollbeladenen Mädchen sind ihr sicher. Die Situation ist eindeutig und lässt keinen Raum für wohlwollende Interpretationen: Die Zielscheibe des Spotts hinter dem Vorhang ist eindeutig zu fett. Ob der verunglimpfte Popo das auch gehört hatte, konnte ich nicht beurteilen, jedenfalls blieb die Gardine im Zustand wie gesehen und bewegte sich nicht. Ich stehe ganz ungewohnt für mich in einer langen Schlange der Wartenden vor einer Reihe von Umkleidekabinen und beobachte eher nebenbei das Phänomen „Frauen“ und deren Verhalten in eben diesen Kabinetten des Grauens.

Ein Ort der Überraschungen

Donnerstag, 10. Mai 2012

Ein Leben lang dem Rathaus verbunden....

Man könnte davon ausgehen, dass das Innenleben unseres Rathauses eigentlich wenig von Interesse sein könnte. Aber: Das Haus und das verwaltungstechnische Innenleben begleiten uns Bürger ein LEBEN LANG.

Hier ein kleiner Lebenslauf:



Im Standesamt bekomme ich als Neugeborenes eine Geburtsurkunde. (Stockwerk 1 ?)


Im Schulverwaltungsamt werde ich als schulpflichtes Mitglied der Gesellschaft zumindest statistisch geführt. (Stockwerk 2 ?)

Hier darf ich meine Familienkarte fürs Freibad beantragen. Und nach einem "erfüllten" Berufsleben die Rente beantragen. Bitte mit allen notwendigen Unterlagen! Die Beweislast für die Punkte liegt beim Antragsteller -  und wehe, die Vita ist nicht belegbar. (Stockwerk 3 ?)


Und am Ende landen eh alle hier! Großartig, wenn die Bestatter mit den schönen schwarzen Leichenwagen mit den beigen Gardinchen vorm Rathaus parken, um mal eben die Sterbeurkunde abzuholen. Full service, bietet so ein Haus mit den acht (?) Etagen! Sollte man nicht glauben.  (Keller?)

 

Mittwoch, 9. Mai 2012

Zu viel geht nicht...

Wenn Altes in der städtischen Bausubstanz weicht, ist das eigentlich immer ein Anlass zur Einkehr und Traurigkeit. Wieder geht ein Stück Identität, ein Stück Erinnerung, verloren. 

Aber dieser Abriss aber dürfte viele Besucher freuen: Das alte Finanzamt in Rheda-Wiedenbrück wird den nächsten Winter nicht mehr erleben. Gerade hatte es noch für eine Feuerwehrübung herhalten müssen, bald rücken die Bagger an.


Abriss Altes Finanzamt - da kommt Jubel auf

Montag, 7. Mai 2012

Piraten entern

Da streitet sich die politische Welt über die Piraten. Lange nicht mehr so viel Adrenalin bei der sonst so abgebrühten politischen Oberschicht erlebt wie gestern beim sonntäglichen Jauch.


Der Auftritt und Anblick des Geschäftsführers der Piraten Johannes Ponader brachte die übliche Routine durcheinander. Herzerfrischend. Wenn ein Plakat im Landeswahlkampf NRW daher treffend für diesen Auftritt ist, dann dieses:

Das ist wahr!
 

Samstag, 5. Mai 2012

Open Data in Gütersloh

Politik verspricht viel, egal welcher Farbe. Aber was davon kann sie halten? Und wie kann man das eigentlich überprüfen? Je mehr Fragen auftauchen, desto größer wird der Wunsch nach Information - am liebsten anhand von Original-Datenquellen. Und schon liegt die Frage nach Open Data auf dem Tisch. Open Data steht für die Idee, dass Politik und Verwaltung proaktiv Daten und Statistiken öffentlich frei verfügbar und nutzbar machen. Open Data, also offene Daten, sind die grundlegende Voraussetzung für einen generellen Prozess der Öffnung. Im besten Falle mündet er im Open Government, ein kultureller Wandel, der zu mehr Transparenz und Teilhabe führt - und zu einer intensiveren Zusammenarbeit von Staat und Bürgern - auf Augenhöhe. 
 
Open data muss dabei nicht vor der Kommune halt machen. Diese Frage danach "Wie offen sind eigentlich Daten - und wo bekomme ich diese?" stellt sich mir - und vielen Anderen auch. Das Informationsfreiheitsgesetz ist ja schon verbrieft. Aber die Fragen bleiben. Besonders jetzt, wo man kaum durch die Stadt gehen kann, ohne eine Wahlbroschüre mit Versprechungen in die Hand gedrückt zu bekommen. Es ist zwar Landtagswahl, aber die haben ja auch Auswirkungen auf die Städte. Auch auf Gütersloh...

DigitaleGesellschaft empfiehlt:.....

Freitag, 4. Mai 2012

KFZ-Kennzeichen nur fragmentarisch erfasst...

Sie erinnern sich? Die Stadt schreibt in diesen Tagen alle KFZ-Kennzeichen von parkenden Autos in der Innenstadt auf -  auch wenn man nicht "falsch" geparkt hat. Dahinter steht das Sammeln von Daten über Parkgewohnheiten: Dauerparker, Langzeitparker, Parkverhalten.

Ich fand das irritierend - wie zahlreiche andere Parker auch. Daher habe ich heute mit dem Datenschutzbeauftragten der Stadt Willi Winkler telefoniert. Mich interessierte,
was mit den Daten passiert. Dazu hat er den Kollegen im Planungsamt über die Schulter geschaut:

Aufgeschrieben - aber nur "Teile" ....

Mittwoch, 2. Mai 2012

Impulse von der re:publica 2012

Heute re:publica. Eine Flut von Themen. Drei Sessions für mich von Belang:

Zentrale Thesen zur Zukunft von Internet und Menschenrechten. Zum Vorgeschmack hier These 1: Ist zum Schutz der Menschenrechte Widerstand im Internet legitim?
Widerstand im Internet ist im 21.  nicht nur das Recht, sondern in Form von zivilem Ungehorsam gegenüber Unrecht sogar Pflicht des neuen Online-Citoyens, der für seine Menschenrechte und jene anderer mit den Mitteln des digitalen Widerstandes kämpft. 


Session Partizipation - #wtf?

Guter Überblick über  "die" Partizipation an sich. "Wir diskutieren Vieles, was erst in Zukunft stattfinden kann", sagt Jürgen Ertelt, von youthpart- e-Partizipation vor Ort. Daher: Kinder und Jugendliche bei Partizipationsprozessen gleich "mitdenken".


Session "Anonymus" - mit Jacob Appelbaum, Caroline Wiedemann, Frank Rieger und Ole Reissmann. Wie verläuft eigentlich die Trennlinie zwischen dem CCC, Anonymus und der Occupy-Bewegung. Interessanter Diskurs. Wer ist hier der Punk und wer der Rocker? Die Frage war u.a., ist Anonymus eine demokratische Bewegung? Dazu gerne später mehr.