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Sonntag, 16. August 2015

OWL wählt - Parteilose als Kandidaten noch rar

Und nochmal wählen

Es sind noch rund 5 Wochen bis zur Bürgermeisterwahl am 13. September. Der Bürgermeister wird in NRW direkt vom Volk gewählt. Gewählt wird zwar in ganz NRW - doch nicht in jeder Kommune. Grund: Einige Bürgermeister wurden bereits 2014 zusammen mit der Kommunalwahl, also dem Rat, gewählt. 2015 werden nun noch NachfolgerInnen für 12 OberbürgermeisterInnen, 11 LandrätInnen und 156 BürgermeisterInnen gewählt.
In OWL stehen insgesamt 28 Kommunen vor der Wahl der BürgermeisterInnen, im Kreis Herford und Lippe stehen die Landräte zur Wahl.


Die Kandidatenschar in OWL 

Mich hat interessiert, wie sich die Kandidatenschar in OWL zusammensetzt. Die Ergebnisse zeigen aber nur eine Tendenz, mögliche örtliche Gegebenheiten könnten sich seit der Zusammenfassung geändert haben oder waren nicht ganz exakt zu recherchieren, weil öffentliche Informationen dazu nicht zu finden waren.  

In OWL wird in 28 Kommunen gewählt 

In 28 Kommunen in OWL wird gewählt. 

Insgesamt treten 68 bis 70 Kandidaten an (warum nicht genau, s.o.). Von den Kandidaten haben insgesamt 60 eine Parteibindung. Die häufigsten Kandidatennennungen erfolgen aus den beiden großen Koalitionsparteien CDU und SPD. Lediglich 8 Kandidaten treten als Parteilose an. Davon sind 2 Frauen und 6 Männer. Die beiden parteilosen Frauen finden sich in Kalletal und in Gütersloh. (Eine davon bin also ich.)

Die Unabhängigen finden sich in Löhne, Gütersloh (2, w,m), Vlotho, Bad Oeynhausen, Kalletal (2, w,m) und Minden. Nicht ganz deutlich sind die Fälle in: Schieder-Schmalenberg, Nieheim, Oerlinghausen, Bad Lippspringe, Bad Wünnenberg, weil die Kandidaten hier die offene Unterstützung durch Parteien erhalten. Auch Verl gilt hier als undeutlich, denn der Kandidat ist zumindest der Bürgermeister im Amt.

Fakt ist auch: Gütersloh hat die meisten Kandidaten in ganz OWL, nämlich insgesamt fünf, vier Männer, eine Frau.

Von den 68 Kandidaten sind insgesamt 60 Männer und nur acht Frauen. Kommunalpolitik ist also deutlich männlich geprägt. 

Das Gros der Menschen, die antreten, übt bereits ein Mandat im Rat aus oder sie sind in der Verwaltung tätig oder sind bereits im Amt des Bürgermeisters aktiv.

Zudem gibt es das Phänomen, das einige Kandidaten im Rahmen der Kandidatur erst in die Partei eingetreten sind. Das ist in drei Fällen bei der CDU der Fall.


Hintergrund zur Wahl 2015 

Warum 2015 nochmal eine Direktwahl der Bürgermeister stattfinden muss obwohl 2014 bereits Kommunal- und Bürgermeister/Landratswahlen stattgefunden haben, liegt an der neuen Landesgesetzgebung in NRW. Rot-Grün möchte die Wahltermine und Amtszeiten wieder zusammenrücken, also Bürgermeister und Rat sollen 2020 wieder gleichzeitig gewählt werden. Die CDU hatte diese beiden Termine während ihrer kurzen Regierungszeit 2007 auseinander gezogen, sie hatte sich durch die Direktwahl als Personenwahl einen klaren Vorteil für ihre Bürgermeister erhofft, die sechs Jahre im Amt bleiben sollten. Daher kamen die Wahlrhythmen aus dem Takt. Um 2020 wieder gemeinsam zu wählen, also Rat und Bürgermeister, wurde der Rat 2014 ausnahmsweise für sechs Jahre gewählt. Aus der letzten Direktwahl der Bürgermeister 2009 hatte sich ergeben, dass die Bürgermeister 2014 unterschiedlich zur Wahl angetreten waren. Maria Unger in Gütersloh wollte bis zum Ende ihrer Amtszeit (6 Jahre) regieren und nicht ein Jahr früher ausscheiden, was sie aufgrund der Optionsregelung gekonnt hätte. Ein Durcheinander erster Güte findet dann 2020 sein Ende, es wird aufgrund einer "demokratischen Verantwortungsgemeinschaft" beider wieder gemeinsam gewählt. 

Daher ergibt sich zur Wahl 2015 ein regelrechter Flickenteppich in NRW - wo wurde bereits gewählt und wo wird jetzt gewählt. (Dazu gibt es leider keine aktuelle Grafik, die Grafik des WDR dazu ist leider abgeschaltet.)

Man darf gespannt sein, wie sich die Wahlbeteiligung darstellt. Ein Augenmerk für eine Auswertung wird sein, ob sich die Wahlbeteiligung in den Kommunen mit einem großen Spektrum an Wahlmöglichkeiten und dem Antritt von Parteilosen verändert hat.



Freitag, 5. Dezember 2014

4. Treffen OWL - die digitale DNA verbreitet sich

Unser Netzwerk #owldigital bekommt immer mehr Luft unter die Flügel. Es zieht Kreise. Schön, dass auch das Gütersloher Stadtmagazin GT-Info das Thema aufgegriffen hat. Ein schöner Brückenschlag von Online und Print. 


Das 4. Treffen im November (25.11.) in der Weberei Gütersloh und damit im Bürgerkiez war zugleich eine Premiere: Wir hatten zum ersten Mal einen Referenten eingeladen - Willi Kaczorowski. Er hat gerade das Standardwerk in Deutschland herausgegeben "Die smarte Stadt", welches alle Handlungsfelder beleuchtet, die diesen Wandel beinhaltet. Ein Must für alle Kommunalgestalter. Zudem war er gerade auf dem WorldSummit zum Thema "SmartCity" in Barcelona.




Eine komplette Wiedergabe wäre seitenfüllend, hier einige der Highlights, die Impulse auch für uns sind. Mein heutiger Post auch mit dem Einblick gepaart, wie fix heute das gesprochene Wort über Twitter verbreitet wird:

Kaczorowski erklärt, Digitalisierung sollte als Teil der Daseinsvorsorge betrachtet werden und sei damit hoheitliche Aufgabe - und nicht nur das, er sprach auch davon: 

Schon alleine dieser Umstandt würde eigentlich ein „Recht auf Breitband“ mit sich bringen.
Breitband sei die Grundvoraussetzung, dass Städte und auch ländliche Räume künftig überhaupt eine Chance haben, weiter an Wertschöpfungsketten angebunden zu bleiben. Da gibt es noch viele Baustellen. (Ja, kann man da nur kommentieren, gerade in Gütersloh rutscht die Diskussion dazu ab ins Reich der obsoleten Telekom.)

Kaczorowski bekräftigt eindeutig, der Grad der Digitalisierung sei auch entscheidend dafür, welche (innovativen) Branchen sich in den Städten ansiedeln - und künftig noch angezogen werden. Das habe Auswirkungen auf den Standort an sich, also sei Digitalisierung als Standortfaktor zentral. Schon jetzt.

Er nannte u.a. das Beispiel "Gesundheit und Pflege":
„Smart-City-Ansatz“ kann dazu führen, dass zu pflegende Personen länger zu Hause leben können. In der Überlegung sind etwa die Überprüfung von Vitalfunktionen über Ferndiagnose. Nicht unerheblich sei dabei die soziale Anbindung: Skype, Facetime usw. helfen schon heute, die räumlichen Distanzen von Familien zu überbrücken, die nicht selten im ganzen Land verteilt leben. Auch die Versorgung spricht er an und weist auf künftig digitale Möglichkeiten der Bestellung von Lebensmitteln, Kleidern usw. hin. 


Andererseits werden bessere Möglichkeit zur Vereinbarkeit von Pflege und Beruf durch mobilen Arbeitsort ermöglicht; gleichzeitig bedeutet das ein verringertes Verkehrsaufkommen. Auch das ein Aspekt von Mobilität: 

Digitale Auswirkungen

Diese kurzen Anrissen zeigen, welch weitreichende Auswirkungen Digitales auf das Leben vieler Personen hat und die Lebensqualität sehr steigern kann. 


Ein ähnliches Bild ergebe sich auch für die Bildung, für die es durch die Vernetzung von den Bildungseinrichtungen wesentlich bessere Reichweiten gibt, individuelles Lernen ermögliche, auch das lebenslange Lernen fördere. Eine besondere Rolle könnten hier künftig die Bibliotheken einnehmen: sie wandeln sich zu Wissenszentren.


Veränderung ergibt sich schon alleine dadurch, dass sich auch die Arbeitsprozesse ändern, sie werden smart. Oft passiert in den Kommunen dann etwas, wenn der Druck der Wirtschaft vor Ort auf die Kommunen steige, hier aktiv zu werden und eine bessere Versorgung zu erreichen. Unbedingt gilt das auch für den Mittelstand. Der Appetit auf Breitband kommt beim Essen, sagt Kaczorowski und spielt damit elegant auf den stetig steigenden Bedarf an schnellem Internet an. In der Arbeitswelt und in der Welt der Zivilgesellschaft gleichermaßen. 

Eine ganz besondere Rolle komme dabei der Wirtschaftsförderung zu, die künftig viel deutlicher in einer „Orchestrierungsrolle“ wirken müsse, da diese am besten den Mittelstand „mitnehmen“ kann und die wichtigen Player innerhalb einer Kommune an den Tisch bringen kann, um etwas voran zu bringen. 


Eine (von vielen) spannende Frage kam in der Diskussion auf: 


Welche Auswirkungen kann die Digitalisierung auf die Konversionsflächen haben? 
Kaczorowski meint: Zehn Jahre sind in der digitalen Entwicklung nichts. Vor 10 Jahren sprach kaum einer von Amazon. Doch der digitale Wandel ist schnell, viel schneller in seinen Wirkungen als bisherige Veränderungen das waren. Politik aber reagiert in Zyklen - das sei nicht mehr kongruent zu den Bedürfnissen heute. Die Ansprüche wachsen etwa besonders bei denjenigen, die mit Digitalem grossgeworden sind. Es gilt hier klug zu denken - und die Möglichkeiten vorauszunehmen. Ein Beispiel ist sicher Nokia. Ein Beispiel ist die Veränderung in der Autoindustrie mit Trend zum AutonomenAuto. Und ein weiterer Trend zeichnet sich ab: künftig kommt die Wirtschaft wieder in die Cities - es reiche, wenn etwa ein moderner 3-D-Drucker im Zentrum stehe. 
Der Abend war spannend, inhaltlich und auch netzwerktechnisch. Wir machen weiter, Ende Januar 2015 findet das nächste Treffen statt. Ideen liegen schon vor. Wir sammeln weiter.  

Wer sich weiter über #owldigital informieren möchte, kann das tun - auf Facebook und auf Twitter oder auch face-to-face. Der #owldigital ist gesetzt. Alle Interessierten sind eingeladen, mitzumachen oder einfach nur dabei zu sein. 







Sonntag, 10. August 2014

Von Küchen bis Zeitung - OWL goes digital

"KogniHome" ist ein gerade gestartetes Forschungsprojekt in OWL. Ziel: ein digitales Zuhause, das vernetzt mitdenkt und das Leben einfacher macht. Gefördert wird das Projekt durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung, es entsteht ein Innovationscluster von 14 Institutionen und Unternehmen aus OWL. Auch die Uni Bielelfeld und die Neue Westfälische Zeitung ist als Netzwerkpartner dabei.




Vernetztes Zuhause  

"KogniHome" ist eine vernetzte Wohnung, die die Gesundheit, Lebensqualität und Sicherheit von Familien, Singles und Senioren fördert. Auf der Homepage der Universität Bielefeld findet sich dazu:

 "In dem Projekt befassen sich Partner aus Industrie, Forschung, Dienstleistung sowie Sozial- und Gesundheitswesen mit der Frage, wie sich „mitdenkende“ und „vertrauenswürdige“ technische Systeme verwirklichen lassen, die Menschen im Alltag unterstützen können. Bei der Entwicklung der technologischen Basis stehen für die Forscher auch ethische, gesellschaftliche und rechtliche Aspekte im Fokus. „Wir wollen den Wohnalltag mit neuen nützlichen Hilfestellungen anreichern, welche die Gesundheit und Sicherheit ihrer Nutzer verbessern“, sagt Professor Dr. Helge Ritter vom Exzellenzcluster CITEC. Er ist Sprecher des neuen Innovationsclusters KogniHome." 

Mit diesem Anspruch wird das Digitale direkt in die Lebensmitte der Menschen katapultiert. Bei einer Drehung von 360 Grad wird es nichts in einer Wohnung geben, welches nicht in irgendeiner Weise digitalisiert werden könnte: Dass der Kühlschrank künftig twittert, wenn er leer ist, ist schon kein Witz mehr. Küchen, Flure, Lichter, Spiegel, Schränke: Die "Dinge" werden mit uns sprechen, uns kennenlernen, unsere Verhaltensweisen - und Fehler studieren. Sie werden uns helfen und unseren Alltag erleichtern können. Im besten Fall. Dass es auch den "worst case" gibt, ja, das zu beschreiben folgt an anderer Stelle. 

Doch gerade stehen die positiven Möglichkeiten im Fokus. Und das nicht ohne Grund. Der demografische Wandel rollt unablässig auf uns zu. Die Altersungspyramdie verändert sich, nicht nur in Zahlen ablesbar, sondern auch jetzt schon für die mittlere Generation erlebbar, denn viele der alten Eltern stellen ihre heute 50-Jährigen Kinder vor die große Herausforderung: Was tun mit Oma und Opa, damit sie so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden wohnen und leben können? Diese Aufgabe meistern jetzt schon Millionen Menschen - meist eben im familiären Umfeld. Oft genug ist dabei emotionale und körperliche Überlastung pflegender oder kümmernder Angehöriger ständiger Begleiter. Mit nach oben offenen Altersgrenzen der zu Betreuenden.

Künftig werden es also noch mehr "Fälle" werden. Wir werden im Schnitt alle deutlich älter. Die Notwendigkeit an Pflege und Hilfe im eigenen Heim steigt. Das zu leisten ist eine Frage des Geldes und auch der Nachkommen. Wenn beides fehlt, wird es schwierig. Und die jetzt schon ablesbare Welle der Altersarmut besonders bei Frauen stellt die Gesellschaft schon bald auf eine harte Probe: wie damit umgehen. Da kann die Digitalisierung eine enorme Hilfestellung sein. Man muss nur bis dahin wissen, wie sie helfen kann. Im Zentrum steht dabei natürlich die eigene Wohnung. 



Die Dinge im Lebensalltag der häuslichen Umgebung können von toter Materie in helfende Materie verwandelt werden. Immer mit dem Ziel, die Selbständigkeit von Menschen zu erhalten. Die Lebensqualität zu verbessern. In dem Sinne kann man gar nicht genug intelligente Hilfsmittel herstellen und vernetzen. Vor allem den ländlichen Raum wird diese Frage ganz besonders herausfordern: wie überleben Regionen mit Überalterung? 

Das OWL-Projekt verspricht also einiges an Aufregung zu produzieren, denn einerseits wollen die Zweifel an digitalem Segen ausgeräumt werden und andererseits will man eine Gesellschaft autonom in der Versorgung halten. Was allerdings befremdet ist, dass im Projekt überhaupt keine Frauen vorzukommen scheinen. In der öffentlichen Wahrnehmung sind nur Männer sichtbar und Ansprechpartner. Und das in einem Sujet, in dem Frauen traditionell verankert waren: im Haus, am Herd. Interessant. 

Das OWL-Großprojekt ist übrigens ein Teil des Förderschwerpunktes „Mensch-Technik-Interaktion im demografischen Wandel“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Hier finden sich noch zahlreiche weitere gute Ideen, an denen geforscht wird. 


OWL goes digital

OWL ist offensichtlich schon weit, was Ideen zur Digitalisierung angeht. Industrie 4.0 firmiert bereits unter "IT´s OWL" und weist spannende Impulse für künftiges Arbeit und Netzwerken auf. Ein Blick auf die Seite lohnt sich immer. 



Offensichtlich gelingt es der Region, die Grenzen zur neuen Welt zu überbrücken, den Brückenschlag anzugehen von der digitalen Gesellschaft in eine Gesellschaft, die sich in weiten Teilen noch im Prä-Digitalen befindet. 

Dazu braucht es aber auch Vermittler, Botschafter. Kenner von beiden Seiten. Einen Kommunikator, der die Sprache der Menschen spricht. In Sachen "KogniHome" hat man die regional größte Zeitung, die Neue Westfälische, mit an Bord genommen. Sie soll das Projekt begleiten und darüber berichten.

In seinem Kommentar ist der Chefredakteuer Thomas Seim offensichtlich sehr stolz auf diese Partnerschaft. Kann er auch sein. Ich aber habe mich gefragt, ob die Zeitung dabei ein so unbeteiligter Beobachter bleiben kann. Denn vor allem die Beobachter dieses Brückenschlages unterliegen einem eigenen Wandel. Hier habe ich meine Gedanken an Herrn Seim formuliert: 

Gewohnheiten haben sich geändert

Die NW berichtet über das Projekt „KogniHome“. Chef Thomas Seim schreibt in seinem Kommentar, die NW hätte auf die Anfrage des Ministeriums nicht nein sagen können: Kerngeschäft der NW sei die Produktion von Medien, die Verbreitung und Vermarktung von Informationen, das Wichtige vom Unwichtigen zu trennen, das Erklären von komplizierten Zusammenhängen, das Zusammentragen von Infos, die jeder Bürger brauche, um sich in der realen Welt zurechtzufinden. Das könne man besser als andere. Gemeinsam mit den Partnern werde man Ideen und Verbesserungen auf den Weg bringen, die das Leben zukünftig leichter machen.

Dabei entsteht der Eindruck, die NW und ihr Kerngeschäft bleiben zukünftig unverändert. Dieser Ansatz irritiert: Schon andere dachten, sie verkaufen Nachrichten - dabei waren es nur Gewohnheiten. Demnächst liegt keine gedruckte Zeitung mehr im Hausbriefkasten, man verschwindet bei der Morgenlektüre auch nicht mehr hinter einem Quadratmeter aufgeblättertem Papier. Nicht nur die Auflagen schrumpfen, auch die Informationsbeschaffung der Menschen ändert sich. Was Zeitungen heute drucken, stand gestern schon im Netz. Zeitungen verändert das jetzt schon: Arbeitsabläufe, Deutungen und Hierarchien in der Redakteursriege. Die Zeitung alter Art tritt zur Zeit gegen das gesamte Netz an. Ein unbetroffener journalistischer Beobachter wird die NW daher nicht bleiben können: sie ist Teil einer Zukunftsvision. Für meine „Hauszeitung“ wünsche ich mir, dass sie daher auch die Veränderung der Zeitung im digitalen Zeitalter zum Thema macht. 

                                                 Fotos  ak 20113/14

Mit Projekten wie Krautreporter,Weeklys oder auch Crowspondent haben inzwischen einige kreative Köpfe den Mut gefunden, sich experimentierfreudig auf die Veränderungen einzulassen und das Digitale nicht als bedrohliches Neuland, sondern als Spielwiese für Innovationen zu verstehen. Auch sind viele Kiezblogs entstanden, die eine eigen Zeitung für ihr Viertel virtuell herausbringen. Die NW ist zwar auch im Netz vertreten, aber allein der Twitteraccount scheint ein toter Algorithmus zu sein: Kein Dialog, keine Interaktion. Und doch wird die NW bereits intern sicher darüber nachdenken. An diesem Nachdenken bin ich als Abonnentin sehr interessiert. Bitte darüber berichten und daran teilhaben lassen, wenn KogniHome gedacht wird.


Wandel hat schon begonnen

Der Wandel ist in vollem Gange. Da sind aber nicht nur die Skeptiker und die Befürworter. Da sind auch viele unterschiedliche Geschwindigkeiten: Politik, Medien, Wissenschaft, Verwaltungen und Zivilgesellschaft gehen unterschiedlich schnell mit, lernen unterschiedlich schnell. Das allein ist ein interessantes Feld, wie sich diese Schrittgrößen in Zukunft ändern werden. Beim Chef der Lokalredaktion in Gütersloh habe ich schon ein Interview angefragt, er vertröstet mich auf den Herbst, wenn deutlich wird, welche Neuerungen die NW-Lokal etablieren wird. Denn auch vor Ort gibt es unterschiedliche Tempi. 





Samstag, 28. Juni 2014

Smart Country - Digitale Strategien für Regionen - CoLab und owldigital starten

Mir fehlen Zukunftsperspektiven und vor allem öffentliche Diskussionen darüber, wie wir künftig mit dem digitalen Wandel und den daraus resultierenden Herausforderungen umgehen wollen. Für Gütersloh - und für andere kleinere und mittlere Städte in der Region fehlt mir ein Bild. Gerade für OWL ist dies eine zentrale Herausforderung. Kopf in den Sand stecken - oder neugierig sein auf das, was sich tut - wie reagiert man?


#owldigital startet

Kopf-in-den-Sand ist nicht angesagt. In den letzten Wochen hat sich die Initiative #OWLdigital gegründet: 


OWLdigital ist ein lockerer Verbund von Menschen, die digitale Gene in sich tragen. Also sind alle diejenigen angesprochen, die beim Thema #digital einen höheren Pulsschlag bekommen. Unser nächstes offenes Treffen findet überigens statt am Donnerstag, 3. Juli ab 20 Uhr in der Weberei in Gütersloh. 

Was wir da machen? Austauschen über Digitales. Austauschen über Innovation, den Prozess des Wandels beleuchten, sich inspirieren lassen, voneinander lernen, sich vernetzen.


# Smart Country - Colab startet 

Zudem startet dieser Tage die 10. Initiative des Colab zum Schwerpunkt "Smart Country - Digitale Strategien für Regionen". Ich freue mich sehr, dabei zu sein!



DE_Blau.png



Das ist der Teaser des CoLab: 


"Bei der Diskussion um Smart Cities wird außer Acht gelassen, dass 70 Prozent der Deutschen außerhalb von Großstädten leben. Durch flächendeckende Breitbandversorgung erreicht der digitale Wandel auch kleine und mittlere Städte sowie die ländlichen Regionen abseits der Ballungszentren. Damit eröffenen sich neue Chancen für soziale und wirtschaftliche Entwicklungen, denn gerade hier ist der Handlungsdruck auf Grund der demographischen Entwicklungen und des Trends zur Urbanisierung hoch.

Die 10. Initiative des Internet & Gesellschaft Collaboratory erörtert interdisziplinär, wie das Internet helfen kann, diesen Wandel zu gestalten. Dazu beschäftigt sich eine Multistakeholder-Expertengruppe damit, welche Innovationen einen positiven Einfluss auf die Lebensqualität ausüben oder neue Wertschöpfungsketten in dezentralen ländlichen Strukturen sowie in kleinen und mittleren Städten ermöglichen.

Die Initiative will Strategien und Anwendungen identifizieren, welche die digitale Rennaissance ländlicher Regionen sowie kleinerer und mittlerer Städte ermöglichen. Dazu bilden sich Arbeitsgruppen u.a. zu den Themenbereichen Verwaltung und Politik, Mobilität sowie Infrastruktur und Kommunikation.

Wir werden Pilotprojekte und daraus resultierende Erfahrungen in einer Landkarte zusammenführen und Erfolgsfaktoren herausarbeiten. Auf dieser Basis entwickelt die Initiative digitale Strategien und Handlungsempfehlungen für Entscheider."


# Das Internet & Gesellschaft Collaboratory


Was ist das?

Das Collaboratory ist das Labor für die Netzgesellschaft. Seit seiner Gründung im Jahr 2010 sind über 350 Expertinnen und Experten aus allen gesellschaftlichen Bereichen im auf der Platform aktiv. In innovativen Formaten beleuchten sie aktuelle Herausforderungen der Digitalisierung auf Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft und entwerfen Lösungsansätze — praxisnah und multiperspektivisch. Es ist ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Berlin.

Das primäre Format des Collaboratory sind zeitlich abgeschlossene Initiativen. In 3 bis 6 Monaten bearbeiten bis zu 35 Experten aus allen gesellschaftlichen Bereichen einen bestimmten Themenkomplex. Ziel ist es, aus einer unabhängigen und multiperspektivischen Position heraus Fragen zu bearbeiten, Handlungsempfehlungen zu formulieren und praxisorientierte Lösungen zu entwickeln. Themen bisheriger Initiativen waren z.B. „Privatheit und Öffentlichkeit“ oder „Globalisierung und Internet“.





Donnerstag, 20. März 2014

Großprojekt Konversion - was tun?

Die Konversion schreitet mit riesigen Schritten voran. Mittlerweile liegen für den Hauptausschuss am 31. März umfangreiche Vorlagen vor, wie eine Konversionsvereinbarung zwischen der Stadt Gütersloh und der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben sowie die Architektur des weiteren Konversionsprozesses. 

Deutlich wird auch: Die zukünftige Gewerbefläche ist in einen regionalen Zusammenhang zu stellen - dies ist eindeutig auch eine Forderung des LEP-Entwurfes. Dazu liegen bereits Interessenbekundungen der umliegenden Nachbarn vor. Damit wird die Konversion zu einem wahrhaftigen Jahrhundertprojekt für die Stadt. Ein Großprojekt mit unentdeckten Fallstricken.




                           Was tun, wenn die britischen Streitkräfte abziehen?     Fotos ak 2013


Ohne an dieser Stelle detailliert auf die jeweiligen Vorlagen eingehen zu wollen, diese sind sehr umfangreich und fordern jeweils ein konkretes Betrachten, sind drei Punkte schon jetzt erkennbar: