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Dienstag, 15. Januar 2013

Bürger und E-mails - eine Bedrohung?

Mal wieder eine Nachfrage ans Rathaus, die ich schon angedeutet habe. Es geht ums Internet und Bürgermails:

Sehr geehrte ....,  (Ratsbüro der Stadt)


in der vergangenen Woche habe ich eine Mail an drei Ratsherren versendet. Beim Absenden konnte ich lediglich den Text sehen, den ich auch geschrieben habe. 
Bei der Antwortmail des Angefragten konnte ich dann natürlich dessen Antwort lesen... und bekam zudem folgenden Absatz zu lesen, der offensichtlich den öffentlichen Anfragen von Bürgermails angehängt wird, ohne, dass diese das sehen: 

"Bitte betrachten Sie den Inhalt dieser E-Mail kritisch, da nicht gewährleistet ist, dass der angegebene Absender auch wirklich diese E-Mail gesendet hat. Diese Angabe kann vom System nicht überprüft werden und es ist denkbar, dass jemand einen fremden Namen oder E-Mail Adresse angegeben hat." 

Bürger und E-Mails - eine Bedrohung?      Foto: ak



Der Inhalt ist nicht gerade sehr positiv. Ist es im Zeitalter der Digitalisierung immer noch notwendig, einen solchen Passus hinter mails zu hängen? Ich denke, die Formulierung ist zudem nicht besonders bürgerfreundlich, suggeriert es doch genau das, was so oft beschworen wird: Der Bürger täuscht und nutzt das Internet widerrechtlich. Nun würde mich die Einschätzung der Verwaltung interessieren, ob dies nicht zu modernisieren wäre oder warum Sie ggf. daran festhalten. Vielen Dank für Ihre Mühe. 

Mit freundlichen Grüßen, ak

P.S. Ich möchte natürlich darauf hinweisen, dass ich meine Anfragen und auch die Antworten in meinem Blog veröffentliche.

Heute erhielt ich eine Antwort:


Sehr geehrte Frau Knopp,
eine kurze Zwischennachricht. 


Ich habe Ihre Mail an das betreuende IT-Unternehmen weitergeleitet, weil der von Ihnen angesprochene Text direkt im System hinterlegt ist und somit unmittelbar nicht von mir beeinflusst/geändert werden kann.
Ich werde die nächsten Tage unaufgefordert auf Ihre Anregung zurückkommen und mache mir parallel zumindest schon einmal Gedanken über eine Umformulierung.

Viele Grüße aus dem Rathaus


Da bin ich aber mal gespannt, wie die neue Formulierung lauten wird. Mut!








Kommentare:

  1. Im Rathaus bleibt man gern unter sich und lässt sich nicht dabei stören. Sonst könnte ja jeder kommen. Doch siehe - meist lauert der Feind im Inneren Kreis :-)

    http://bit.ly/IIe8m2

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  2. Vielen Dank für diesen wahrlich skurrilen Artikel. Eine ähnliche Botschaft hatte schon mal ein Bürgermeister hier im Kreis Gütersloh veröffentlicht, als er in den Ruhestand ging... Es ist also keine Beleidigung, wenn man kritisch bleibt.

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  3. Heute kam die Antwort aus dem Rathaus, Büro des Rates, dass
    der Satz gestrichen wird.

    Weiter hieß es:
    "Bei E-Mails, die über das Bürgerinfosystem eingehen, erhält der jeweilige Empfänger folgenden Eingangssatz:
    "Person XYZ (E-Mail-Adresse) hat Ihnen eine E-Mail über das Kontaktformular des Bürgerinfosystem der Stadt Gütersloh gesendet"

    Dieser Hinweis und die Tatsache, dass Ratsmitglieder und Verwaltungsleute inzwischen für gefälschte Mails sensibilisiert sein dürften, machen den Satz inzwischen tatsächlich überflüssig.

    Danke für Ihre Anregung und Ihr Mitdenken."

    Danke sage ich auch. Das ist doch nun viel moderner.

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