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Samstag, 22. Dezember 2012

Ehemalige meinungsstärker


Demokratie   
 Aktive Politiker werden arg gescholten, Ex-Mandatsträger dagegen blühen auf. Warum?

Die erste Antwort liegt nahe: Wenige Menschen haben sich für ein politisches Amt entschieden
und sind mit dem Anspruch angetreten, sich für das Gemeinwohl einzusetzen, sich für eine Stadt und ihre Bürger zu engagieren. Stellvertretend für die Vielen.

Das allein sind schon Gründe, um genau hinzusehen: Was die Wenigen, die für die Vielen handeln, eigentlich so machen - und wie. Das nennt man Demokratie. Volksherrschaft. Im vorliegenden Fall, repräsentative Demokratie. 

Ehemalige Köpfe mischen sich wieder ein.         Foto: ak

Mittlerweile kann man in GT - und nicht nur hier - den Eindruck gewinnen, dass die aktiven Politiker in einem Vakuum leben und arbeiten - immer deutlicher entfernt von den Menschen, 
entfernt vom Alltagsleben, gefangen in Parteienstrukturen und -hierarchien. Das zieht selbstverständlich Kritik nach sich. Und das ist auch gut so. 

Die größten Kritiker der Elche waren früher selber welche
Dass diese Kritik aber mittlerweile am lautesten aus den Reihen der Ex-Mandatsträger kommt, muss erstaunen: 



Ehemalige mischen sich immer deutlicher wieder ein. In der neuen (befreiten?) Rolle allerdings unabhängiger, sachbezogener, meinungsstark, polarisierend. Das erlebt man nicht  nur bei Ehemaligen auf Landes- und Bundesebene (Geißler, Blüm, Schmidt), sondern auch in der Dalkestadt. Etwa mit dem Vorsitzenden des Seniorenbeirates, Jürgen Jentsch, der sich dieser Tage deutlich für mehr Demokratie und Transparenz einsetzt. Und gegen das "bloße Durchwinken" der Bürger-Anliegen seitens der Politik bemängelt: "Die diskutieren diese Themen nicht einmal." Nun ist er noch Parteimitglied, aber er passt ins Raster:

Phänomen der Befreiung?
In einer kleinen Studie haben Jürgen Zimmermann und ich 2009 ehemalige Ratsleute der Stadt Gütersloh aus der Zeit von 1984 bis 2009 befragt, warum sie aus der Kommunalpolitik ausgestiegen sind. Und was sie in ihrem Leben "nach der Politik" gemacht haben. Hier zeigt sich, dass ein Leben post-Politik offenbar zu neuer Freiheit führt. Gepaart mit dem Wissen "wie Politik funktioniert", verleiht das offensichtlich kreative Flügel für eine andere Art von Einmischung, die wieder näher an den Vielen zu sein scheint?

Gründe für den Ausstieg
Die häufigsten Gründe für den Ausstieg waren die starre Parteiräson und der Fraktionszwang. An zweiter Stelle kam bereits "die fehlende Bürgerbeteiligung". An dritter Stelle stand: mangelnde Transparenz innerhalb politischer Entscheidungen.

Neben systemischen und inhaltlichen Gründen, wurden ganz häufig auch "weiche" Faktoren benannt: fehlende Menschlichkeit in der politischen Arbeit, grobe politische Auseinandersetzungen, zu viel Selbstdarstellung des politischen Personals.

Aktiv in anderem Rahmen
Nach der aktiven Phase in der Kommunalpolitik erfolgt zu 68% eine aktive Phase in einer anderen Form des Ehrenamtes. Die große Mehrheit der Befragten würde nach dem Ausscheiden aus der Politik nicht nochmal ein Mandat übernehmen. Nur Wenige würden sich dazu nochmal bitten lassen. Das Ehrenamt in anderen Bereichen biete zudem mehr Wertschätzung, mehr Raum für persönliche Freiheit und mehr konkrete Gestaltungsmöglichkeiten. 

Empfehlung für heute Aktive
Als Empfehlung für die heute politisch Aktiven würden die Ex ins Stammbuch schreiben: Mehr interfraktionelles Arbeiten und weniger Taktieren sowie besonders das Bewußtsein, in erster Linie dem Bürger verpflichtet zu sein und nicht den Partikularinteressen Einzelner oder der Wirtschaft, der Schuldenabbau sowie Visionen für Gütersloh zu entwickeln.

Diese Thesen scheinen nach wie vor aktuell zu sein, sie erklären, warum sich viele Ex weiterhin einsetzen, öffentlich kritisch auftreten - nur nicht mehr in den parteigeprägten Mandatsstrukturen.

Was aber sagt das am Ende über Parteien aus? Und was müsste sich ändern?

Fortsetzung folgt.... mit dem Versuch einer Antwort.









Kommentare:

  1. Geht's denn noch? Wie weit wollen Sie ihren inhaltlich guten Blog denn noch zur völligen Unlesbarkeit aufbretzeln?
    Zu viel Schnickschnack im Design erschwert das Finden und Lesen! Ich hoffe doch sehr, dass es Ihrer Weihnachtslangeweile und dem Mangel an Themen zuzuschreiben ist und sich als kurzfristiges Experiment bald erledigt.

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  2. Guten Morgen: Ja!! Bekenne mich schuldig. Aber der Grund ist keine Weihnachtslangeweile. Die habe ich echt nicht! Und ein Mangel an Themen gibt es nur ab und zu, eben wie im normalen Leben auch. Es war eher Neugierde und Experimentierlust.

    Jetzt ist bis auf die Farben alles wieder im Lot - hoffe ich.

    Lieben Dank also für die rüffelnde Kommentierung. :-)

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  3. Danke für Ihr Verständnis und Ihre Einsicht!
    Nur weil Microsoft sein Windows verkachelt, muss nicht ARD, ZDF und der Rest der Welt auch verkachelt werden. Das haben nicht einmal die Portugiesen mit ihren sehr schön anzusehenden Azulejos geschafft :-)

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  4. :-) So habe ich das noch nicht gesehen. Schöner Blickwinkel.

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